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Lichtergalerie Refugee Camp

Das Vorhaben der Lichtergalerie Refugee Camp richtete sich vornehmlich an 10 – 16jährige, darüber hinaus auch an jüngere Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre – Flüchtlinge in den Flüchtlingsunterkünften auf dem Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nerven-Klinik (KaBoN) und in der Scharnweberstraße, wie auch jene die im Umfeld wohnen, einerseits ungebunden oder über Schulen, Kirchen oder Vereine eingebunden werden konnten.

 

Ziel war, mit dem Projekt Lichtergalerie ethnien- und bildungsübergreifend Kunst, Kultur und Ressourcenentdeckung zu vermitteln, das Miteinander weiter zu entwickeln und zu stärken und ein „positives Licht“ auf das Projekt-Anliegen des prosperierenden, fried- und verständnisvollen Zusammenlebens als Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, der kooperierenden Institutionen  und zuvorderst der teilnehmenden Menschen zu werfen. Die kreativen Fähigkeiten der Projektaktiven wurden gemeinsam entdeckt, gefördert und „in’s rechte Licht“ gerückt mit den Mitteln der Kunst, der Kulturvermittlung und eines herausragenden, abschließenden Gesamtkunstwerkes -  einer großen Ausstellung.

 

Die Aktivitäten hatten ihren Fokus darin den teilnehmenden, jungen Menschen über eine sehr niedrigschwellige Partizipation an seine gestaltenden und schöpferischen Kräfte in sich hin zu einem erkennenden und sich selbst bestimmenden Wesen heranzuführen. Diese Bildung seines Selbst wirkt kreativ Selbstbewusstsein und Gesellschaft bildend. (Prinzip „Soziale Plastik“/ Joseph Beuys).

 

Künstlerischer Gegenstand des Projektes war die freie Erschaffung und Gestaltung von Laternen-Körpern und nachfolgend ihre kreative Platzierung zu einer selbst-leuchtenden Präsentation im öffentlichen Raum.

 

Die Laternen-Körper werden individuell  in variablen Größen konstruiert, zumeist aus leichten Holzleisten stabil gebaut und mit wasser- und luftdurchlässigen, witterungsbeständigen, farb- und modelliermasse-tragenden Materialen, zumeist Glasfaser-Vlies, allseitig bespannt.

 

Der durch Erwachsene, Flüchtlinge, Menschen aus dem örtlichen Umfeld und Sozialwerkstättenaktive unterstützte Bau von Laternenkörpern fördert die Kenntnisse und Eigenschaften von Materialien, ihre Handhabung zu einem stabilen Ganzen und das räumliche Wahrnehmungsgefühl. Eine bildende Erweiterung zur vorherrschenden bi-dimensionalen Konsum- und Kommunikationswelt der großen und kleinen Flach-Bildschirme.

 

In regelmäßigen workshops mit Gruppen aus den Unterkünften und benachbarter Einrichtungen (Kirchen, Schulen, Jugendzentren, Kitas) und besonders als offener Bereich eines temporären Ateliers in einer festen Räumlichkeit wurden Menschen individuell und fachlich unterstützt, ihre Art zu entdecken und bemalen, zeichnen und überformen mit unterschiedlichen Techniken und Materialien die Laternenkörper zu Dutzenden und Hunderten. Die Möglichkeit in anregender Athmosphäre Techniken zu entdecken, künstlerisch und gesellschaftlich aktiv zu sein, ließ eine eigene Dynamik bei den immer zahlreicheren Teilnehmenden, besonders der Ungebundenen und im Umfeld der Ateliers entstehen.

 

Der zweite Teil war die Bespielung des öffentlichen Raumes. Zwischen Bäumen, im weitläufigen Areal von Wegen und Wiesen, innerhalb des öffentlichen Klinikgeländes, im Atelier Scharnweberstraße und auch hinausreichend in den Sozialraum, wurden nach einem in der Gemeinschaft entwickelten kuratorischem Konzept einzelne Laternen oder Gruppen zu Skulpturen „geformt“ und bildeten eine Kunst-Landschaft in der Landschaft von Häusern und Natur. Die kreativen Ergebnisse der 300 – 500 individuellen Laternen wurden als kollektive Erfahrung gemeinsam innerhalb von 2-3 Wochen aufgestellt, aufgehängt, an Stahldrähten fixiert zu einer 6 Wochen währenden, begehbaren Ausstellung authentischer Kunst im Tageslicht und als faszinierende Lichtinstallation nächtens durch die Innenbeleuchtung in jeder Laterne.

 

Für alle sichtbar war dies der wichtige Akt der Mitgestaltung von Öffentlichkeit durch eine die Summe der Einzelwerke übersteigernde plastische Formation. Erschaffen von Menschen, die nie bisher ausstellten, kaum unterstützende und positive Erfahrungen haben sammeln können und derart nun ein wichtiger Teil einer grossen Bewegung waren.

Nach der Finissage folgte der Abbau und die Weitergabe der Laternenkörper an ihre Schöpfer_innen und an weitere Kunstaffine.

 

Eine besondere Rolle kommt der Kunst- und Kultur-Vermittlung von jungen Menschen aus den projektdurchführenden Einrichtungen selbst, der Vereine JugendKunstPaten e.V. und Albatros e.V. sowie der Giuseppe Marcone Stiftung, an die Kinder und Jugendlichen zu Gute.

Zu dem Vermögen verschiedene Idiome der Zielgruppen zu sprechen, sind besonders die Kompetenzen in künstlerischer wie pädagogischer Art hervor zu heben, die bisher in einige herausragende, gemeinsame Projekte kulminierten. Hierbei steht auch das altersgerechte Kennenlernen projektverwandter Entwicklungen kontemporärer und auch geschichtlicher Art in sonstigen Projekten und besonders in Ausstellungen in Galerien und Museen im Fokus.

 

In der Gemeinschaft mit erfahrenen Impuls-Künstlern entsteht somit ein Projekt-Kosmos von Entdeckung und Aktivierung von Kreativität und Talent und ihrer Entfaltung, die Kenntnis und Auslebung von Techniken, die Vermittlung von kulturellen Inhalten und Botschaften, das Erfahren des Wesens der Kunst, seiner transformativen Kraft und seiner Bedeutung und Stellenwert in der hiesigen Gesellschaft.

 

Die Teilnahme am Projekt stand allen Menschen offen und war frei von Kostenbeteiligungen. Alle Materialien waren großzügig vorhanden. Grenzen der Partizipation gab es nicht. Spezielle Wünsche einzelner Projektaktiver nach ungewöhnlichen Methoden, Bau- und Arbeitsweisen, aussergewöhnlicher Techniken und Werkstoffen wurden besonders unterstützt und, soweit möglich, erfüllt.

Die künstlerische Leitung der Lichtergalerie Refugee Camp, Sofia Camargo und Thomas E.J. Klasen, arbeitet seit 20 Jahren im Kraftfeld von Kultur, Kreativität und Gesellschaft.

Derart sind eine Reihe größerer Projekte entstanden mit mehreren tausend Teilnehmenden: insgesamt bisher sieben Lichtergalerien in Berlin und Frankfurt/M; Projekt Crê-ser in Brasilien in 7 Städten mit sozio-ökonomischer Problematik; Black-Light-Gallery unterm Potsdamer Platz mit 20.000 Besucherinnen und Besuchern u.w.m.

 

Alle örtlichen Lichtergalerien haben ein spezielles Thema, welches innerhalb eines Kiezes oder Community als Handlungsmotiv für das allgemein grossgesellschaftliche Anliegen nach Entwicklung von Respekt und friedlichen Miteinander gilt.

 

Im Rahmen der Lichtergalerie-Projekte wird ohne Leistungsdruck bzw. –anspruch gemeinsam gearbeitet. Jede und jeder entwirft, erschafft und gestaltet ihre/seine Laterne den Fähigkeiten, Neigungen und Interessen entsprechend. Gleichzeitig werden die kreativen Möglichkeiten von den Kursleitern geweckt, gefördert und mit Kunst, Kultur und Bildung der Avantgarde in Kontakt gebracht.

 

Hierdurch wird eine Vorstellung eines nahezu übermenschlichen Tuns und mediale Sichtweise der entrückten Stars oder Erfolgreichen erschüttert und füllt sich mit Nähe, es auch mit den eigenen Vermögen gleich zu tun. Die Ohnmacht die vermeintliche Grösse einst ausmachte und in Starre mündete weicht der Vermutung selbst ein Macher und eine Macherin zu sein.

 

Unterstützt wird auch, dass alle über die Gemeinsamkeit der Laternengestaltung ins Gespräch kommen, sich tolerant und offen begegnen und die Stärken des jeweils Anderen ungeachtet der Herkunft oder sozialen Standes schätzen lernen. Die Installation der Laternen verbunden mit einer Vernissage sorgt für eine entsprechende öffentliche Aufmerksamkeit, die das Sich Selbst Bewusst Sein  und das „Wir-Gefühl“ der Projektaktiven enorm stärkt.

 

LICHTERGALERIE REFUGEE  CAMP

Kooperation von

Aufwind e.V.

Jugendkunstpaten e.V.

Evangelisch-methodistische Kirche Lindenkirche

mit Unterstützung der

Giuseppe Marcone Stiftung

 

Künstlerische Leitung: Sofia Camargo & Thomas E.J. Klasen

Katzlerstr. 15 / 10829 Berlin

thomasklasen[at]yahoo.com  / 0177-4311304

 

 

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